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 Wasserdiorama 1/72

  Junkers F.13, 1929

 

Vorarbeiten, Holzsteg:

Das Diorama zeigt die Junkers F.13, CH 94 im Sommer 1929 auf einem Schweizer See.

Als erstes fertigte ich eine Handskizze in A4 Grösse an und positionierte die F.13 in der gewünschten Position. Für den Steg wählte ich Eichenfurnier in 0.9mm Dicke, der in 4.5mm breite Streifen geschnitten wurde. Dies ergibt im Original ein Dielenmass von 32.5cm Breite und eine Dicke von 65mm, was realistisch ist. Für den Steg-Unterbau verwendete ich Fichtenleisten von 2 x 3mm und 2 x 2mm aus dem Baumarkt. Mit Weissleim wurden die Stege verleimt und bei Seite gelegt. Den Steg habe ich mit verdünnter Holzbeize gebeizt und mit AK 263 Wash for Wood farblich abgesetzt. Mit diversen Pigmenten wurden weitere Akzente gesetzt und alles mit Mattlack leicht versiegelt.

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Grundplatte:

Als Grundplatte verwendete ich ein Reststück einer XPS Hartschaumplatte vom Bau. Um dem Diorama Tiefe und eine Geländestruktur zu geben habe ich eine Ecke erhöht dargestellt und mit Styroporkleber zusammengeleimt. Darüber kam eine ausgewallte 2-3mm Schicht lufttrocknende Modelliermasse

(Marke Rayher aus dem Coop Bau & Hobby). Diese wird mit Weissleim auf den Untergrund gedrückt und ans Gelände angepasst.

Für den Uferbereich wurden nun verschieden grosse Kieselsteine aus dem Garten in die noch weiche Masse eingedrückt und mit verdünntem Weissleim festgeklebt. Auch der Steg wird eingedrückt um die gewünschte Position zu erhalten. Der ganze Untergrund hatte nun 3 Tage Zeit zum Trocknen. Die Hartschaumplatte wurde auf eine 10mm dicke Sperrholz-Trägerplatte aufgeleimt, danach auf A4 Grösse zugeschnitten und mit einem Rahmen aus 4mm Sperrholz eingefasst. Den Rahmen habe ich mit schwarzem Spraydosenlack lackiert und abgeklebt.

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Wasser:

Das Flugzeug wurde nun positioniert und bei den Schwimmern die Vertiefungen herausgeschnitten, damit alles schön im «Wasser» sitzt. Den See habe ich zuerst mit weisser Acrylfarbe grundiert. Danach folgte eine erste Schicht Wasser mit MIG Acrylic Water, Deep Oceans 2200. Die Masse wird direkt aus der Dose mit einem grossen Pinsel aufgetragen und braucht 24h bis sie fingertrocken ist. Die Farbe verändert in dieser Zeit ihr aussehen. Mit einer mit 20% Wasser verdünnten 2. Schicht kann man hellere Stellen ausgleichen und die Masse lässt sich besser verteilen. Die Struktur wird weniger hart und fliesst ineinander. Das Ergebnis ist realistischen Wasser, das je nach Auftrag der gewünschten Situation angepasst werden kann. Die Oberfläche behält ihren Glanz und bleibt «weich».

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Terrain:

Den Weg zum Steg bildete ich mit AK Terrain Dry Ground 8015, AV Sandy Paste, MIG Pigment P026 und Wasser aus. Mit einem Gemisch aus Wasser, Weissleim, braunen Pigmenten, gesiebter und keimfreier Gartenerde (bei 120° für 30 min im Ofen erhitzt) bildete ich die Grundlage für das Gelände mit Wiese. Das Gemisch wurde mit dem Pinsel aufgetragen und verstrichen. In die noch feuchte Masse habe ich an einigen Stellen getrocknete Erde darüber gestreut um den Untergrund farblich aufzulockern.

Nun habe ich den Steg mit Weissleim in die vorgesehene Position verklebt.

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Begrünung:

Der Nächste Schritt ist die Begrünung und das verpflanzen der Wiese, Sträucher, Farne, Büschel und Blumen. Diese stammen von diversen Herstellern, wie AK, Martin Welberg, Noch, Fredericus Rex und Markus Imthurn, abgestimmt auf 1:72. Dabei ist die Höhe der Gräser (2mm) zu beachten. Mit Holzleim, sowie MIG Sand & Gravel Glue wurde die Begrünung Stück für Stück aufgetragen. Gezielt können verschiedene Pflanzen und Gräser verklebt werden. Moose und Meerschaum in der Böschung runden das realistische Ergebnis ab. Mit Gunze Mattlack habe ich die Wiese ablackiert, um den Glanz der Gräser zu entfernen.

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Zubehör:

Um das Diorama aufzulockern habe ich diverses Zubehör aus verschiedenen Resten eingesetzt. Von Airfix stammt ein 1:72er Oelfass und die Holzkiste. Alle Kleinteile sind zuerst mir Gunze Surfacer 1000 grundiert worden. Für die Holzkiste nahm ich Gunze H85 und ein Email Wash mit AK 263 sowie Mattlack. Das Oelfass habe ich zuerst weiss XF-2, danach maskiert und mit rot XF-7 lackiert. Wiederum abgeklebt und gelb XF-3 lackiert und ein Glanzlack aufgetragen. Die super Shell-Decals stammen von Interdecals und lassen sich problemlos mit Microset und Microsol verarbeiten. Versiegelt mit Glanzlack und gealtert mit einem Oel und Acrylwash, danach mit Mattlack überlackiert.

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Von einem 1:72er Academy Jeep stammen die Räder. Die Felgen habe ich aufgebohrt und die Pneus für den Schwimmerschutz am Steg hergestellt. Die Pneus bekamen XF-69 und ein Drybrush mit Aircraft Colors 1004 Tire Black, danach ein wenig Wash mit MIG PLW 1611 Black Night und über alles ein Mattlack. Die Pneus sind mit MIG 2031 Ultra Glue für Photo Etch & Clear Parts festgegeklebt und mit Acrylic Water nachgebessert worden. Die Seil-Befestigungsanker auf dem Steg sind aus Evergreen H-Profilen geschnitten und geformt, danach lackiert mit Tamiya Steel.

 

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Der kleine Oelkanister mit Decals stammt aus einem 1:35er Miniart Bausatz. Bemalt mit XF-64 und Alclad II Aluminium. Die Werbetafel für Passagierflüge stammt aus einer Vorlage aus dem Internet. Mit einem Laserdrucker ist die Vorlage auf die gewünschte Grösse gedruckt worden.

Die Rundflug-Werbetafel selber ist aus einem Erlenfurnier geschnitten, gebeizt und mit der Vorlage beklebt. Die Zwischenstreben sind Evergreen-Rundstangen, Alufarbig lackiert. Die Tafel ist in Massstabsgetreu 122cm hoch und 58cm breit und mit Weissleim ins Diorama eingefügt.

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Endmontage:

Die Junkers F.13 wurde mit Weissleim und Acrylic Water in die vorgesehene Position eingeklebt und das Wasser an kleinen Stellen um die Schwimmer mit einem feinen Pinsel ausgebessert. Nun habe ich das Zubehör ins Diorama eingefügt und das Flugzeug mit feinem Garn am Steg angemacht. Der Steg ist mit Algenspuren aus MIG Slimy Grime Dark 1410 nachgebessert woden.

Der Schriftzug Good old Days am Diorama ist ein hergestellter Aufkleber und die Passagiertafel seitlich stammt von der gleichen Vorlage wie das Werbeschild im Diorama. Die Grundplatte bildet lackiertes Balsaholz.

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 Bruno Schneider, IPMS SG, August 2020